
Update:
30.09.2009
Als „niedrigschwellig“ werden
Betreuungsangebote bezeichnet, wenn sie speziell auf die Bedürfnisse von
Demenzkranken und deren Angehörigen abgestimmt sind und von den Pflegekassen
geprüft und anerkannt wurden.
Wer an einer Demenz leidet, kann bei seiner Pflegekasse ein Budget zur
Finanzierung von niedrigschwelligen Angeboten beantragen. Je nach
Schweregrad der Demenz und den daraus abzuleitenden Beeinträchtigungen steht
den Betroffenen bei korrekter Anspruchsgrundlage ein Betrag von 100 oder 200
Euro pro Monat zur Verfügung.
Viele Menschen haben bereits einen bestätigten Anspruch ohne dies zu wissen.
Wer also in den letzten Monaten von einem Gutachter der Pflegekassen besucht
wurde, sollte den Bescheid der Kasse dahingehend genau prüfen.
Anspruch auf niedrigschwellige Betreuungsleistungen haben auch Menschen,
deren Hilfsbedarf ausschließlich im Bereich der Betreuung liegt. Deshalb hat
auch bei körperlich rüstigen Menschen, sofern eine Demenzerkrankung ihre
Alltagskompetenz beeinträchtigt, ein Antrag Aussicht auf Erfolg.
Der monatliche Zuschuss kann neben Betreuungsangeboten auch zur Finanzierung
von Tagespflege oder Kurzzeitpflege verwendet werden.
Voraussetzung für die
Bewilligung "Einschränkung der Alltagskompetenz
Grundvoraussetzung für die Bewilligung ist das Vorliegen
einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz. Darunter werden
Verhaltensweisen verstanden, durch die sich die Erkrankten gefährden oder
die den Umgang mit ihnen schwierig machen.
Von einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz kann nach den Vorschriften der Pflegeversicherung gesprochen werden, wenn durch den MdK das Vorliegen von wenigsten zwei der folgenden Punkten bestätigt wird, davon mindestens einer aus dem Bereich 1 bis 9.
1) Unkontrolliertes Verlassen des
Wohnbereiches (Weglauftendenz)
2) Verkennen oder Verursachen gefährdender
Situationen
3) Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen
Gegenständen oder potenziell
gefährdenden Substanzen
4) Tätlich oder verbal aggressives Verhalten
in Verkennung der Situation
5) Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
6) Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und
seelischen Gefühle oder Bedürfnisse
wahrzunehmen
7) Unfähigkeit zu einer erforderlichen
Kooperation bei therapeutischen oder
schützenden Maßnahmen als Folge einer
therapieresistenten Depression oder
Angststörung
8) Störungen der höheren Hirnfunktionen
(Beeinträchtigungen des Gedächtnisses,
herabgesetztes Urteilsvermögen) die
zu Problemen bei der Bewältigung von
sozialen Alltagsleistungen geführt
haben
9) Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
10)
Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu
strukturieren
11)
Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren
in Alltagssitua-
tionen
12)
Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales
Verhalten
13)
Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit,
Hilflosigkeit oder
Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten
Depression
Anspruchsberechtigte erhalten 100 Euro monatlich
Anspruch auf den erhöhten Betrag von 200 Euro monatlich besteht, wenn zusätzlich ein weiterer Punkt aus den Bereichen 1- 5, 9 oder 11 bescheinigt wird.
Anerkannte niedrigschwellige Betreuungsleistungen im
Main-Taunus-Kreis:
Für folgende Angebote im Main-Taunus-Kreis können mit
den zusätzlichen Mitteln der Pflegekasse verwendet werden:
Besuchsdienste
Stundenweise häusliche Betreuung von Demenzkranken
durch geschulte und angeleitete ehrenamtliche Helfer.
Projekt
Kontakt:
Caritasverband Main-Taunus
Tel.:
06192 / 293435
E-Mail : freiräume@caritas-main-taunus.de
Einzugsgebiet: Main-Taunus-Kreis
Ambulante Betreuung
Stundenweise häusliche Betreuung von
Demenzkranken durch Mitarbeiter eines Pflegedienstes.
AWO-Sozialstation
06190 / 978069
Einzugsgebiet: Main-Taunus-Kreis
Häusliche Kranken- und
Seniorenpflege
Thomas Rehbein: 06142 / 963630
Einzugsgebiet: Hochheim, Flörsheim Weilbach, Wicker, Hattersheim
Ökumenische Diakoniestation
Vortaunus
06196 / 23670
Einzugsgebiet: Bad Soden, Sulzbach, Liederbach
Pflegedienst Germann
06190 / 932083
Einzugsgebiet: Hattersheim, Eddersheim, Okriftel, Flörsheim, Hofheim,
Marxheim, Kriftel
Aditus Pflegeteam:
06192 / 206910
Einzugsgebiet: Hofheim, Eppstein-Brehmtal
Ambulanter Pflegedienst Lilie:
06198 / 587649
Einzugsgebiet: Eppstein
Ambulanter Pflegedienst Oase:
06192 / 9550382
Einzugsgebiet: Eppstein, Hofheim, Kelkheim, Kriftel, Liederbach
Pflegedienst Ute Bayer:
06190 / 71005
Einzugsgebiet: Hattersheim, Kriftel, Flörsheim
Betreuungsgruppen
Betreuung von Demenzkranken in kleinen Gruppen
in geeigneten Räumen:
Aditus Pflegeteam
Kontakt:
Albert Eisenach
Tel.: 06192 / 206910
E-Mail:
info@aditus-pflegeteam.de
web:
www.aditus-pflegeteam.de
Standort: Hofheim-Langenhain
Auszeit
Kontakt:
Bianca Ferse
EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH
Tel.:
06146 / 82770
E-Mail :
seniorenzentrum-hochheim@evim.de
Standort:
Hochheim
Café Pusteblume
Kontakt:
Diakoniestation Hattersheim / Kriftel
Tel.:
06190 / 8696
E-Mail :
Standort:
Hattersheim/Okriftel, Alte Mainstraße 12
Betreuung immer montags 14 bis 17 Uhr
hier Infos