
Update:
30.09.2009
Hilfen bei der Lebensgestaltung
Demenzkranken fällt es schwer, sich räumlich und zeitlich zu orientieren. Durch die Beeinträchtigung des Gedächtnisses und des abstrakten Denkvermögens geraten sie bei komplexen Sachverhalten schnell an Grenzen. In den eigenen vier Wänden kann dies eine zeitlang kompensiert werden, in einer fremden Umgebung, z.B. am Urlaubsort oder im Krankenhaus, fallen erste Anzeichen von Desorientierung schon früher auf.
Zumindest in der frühen Krankheitsphase kann man Demenzkranken durch die umsichtige Gestaltung des Umfeldes die Orientierung erleichtern und so ein Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten.
Große Uhren und Kalender, ein fester Tagesablauf oder jahreszeittypische Aktivitäten erleichtern ihnen die zeitliche Orientierung. Einfache Fragen, eine begrenzte Themenauswahl, eine überschaubare Gruppe von Bezugspersonen erleichtert ihnen die Kommunikation und die soziale Interaktion. Ausgesuchte, an den jeweils noch vorhandenen Fähigkeiten orientierte Aufgaben verhelfen zu einer sinnvollen Beschäftigung ohne zu überfordern.
Ergänzend können technische Hilfsmittel wie Bewegungs- oder Rauchmelder, Zeitschaltuhren am Herd, Warnmatten vor dem Bett etc. eingesetzt werden. Sie erleichtern nicht nur die Orientierung, z.B. durch das bewegungsabhängige Einschalten der Raumbeleuchtung, sie machen die Wohnung auch zu einem sicheren Ort.
Umgang mit den Betroffenen
Bei der Entwicklung einer Demenz sind vor allem Fähigkeiten des Gehirns betroffen, die mit Lernen, logischem Denken, Urteilen, Abwägen zu tun haben. Dadurch erlebt der Kranke häufig die Welt anders als die „Gesunden“. Sein Blickwinkel ist zu dem der anderen Menschen verändert, erscheint „verrückt“.
Nicht betroffen aber ist sein Gefühlsleben, so dass der
Kranke es nicht verstehen kann, wenn er für in seinen Augen richtige
Handlungen den Unmut seiner Umgebung verspürt.
Wichtig für den Umgang mit den Betroffenen ist zu wissen und zu akzeptieren,
dass deren „herausforderndes“ Verhalten nicht aus bösem Willen resultiert,
dass sie ihre „Irrtümer“ nicht mehr erkennen und das auch nicht mehr lernen
können.
Die betreuenden Personen müssen entsprechend möglichst gelassen bleiben, auch wenn dies im Einzelfall sicher schwer fällt. Sie müssen der Versuchung, die Erkrankten zu korrigieren und sie mit der Realität zu konfrontieren widerstehen. Stattdessen sollte man versuchen, sie auf der Gefühlsebene zu erreichen und die Motivation hinter ihrem Verhalten zu ergründen. So lassen sich im Idealfall auch zunächst unerklärliche und scheinbar sinnlose Verhaltensweisen entschlüsseln und schwierige Situationen entschärfen.